Gymnasium „In der Wüste”
Schülerbegleitung, Begabungsförderung, MINT-EC-Schule, Europaschule, Musikprofil, Sportfreundliche Schule

„Informatik ist mehr als das Werken von heute.”

Das Fach Informatik am Gymnasium "In der Wüste"

Ansprechpartner: Herr Kunde, Fachobmann Informatik

Obwohl Informatik nicht - wie ehemals das Werken - die haptischen - also rein handwerklichen - Fähigkeiten ausbilden kann, besitzt sie mit ihrer besonderen Kombination aus analytischen, algorithmischen, planerischen und erschaffenden Aktivitäten ein gewisses Alleinstellungsmerkmal innerhalb der aktuell gültigen Stundentafel. So ist Informatik eines der kreativsten Fächer überhaupt. Zählt man noch ihre allgemeine Bedeutung für Studium und Beruf hinzu, verwundert es, dass ihr innerhalb des verbindlichen Fächerkanons relativ wenig Raum gewidmet wird. Das GIdW versucht mit viel Engagement, den Schülern so viel Informatikunterricht anzubieten, wie es der eng begrenzte Rahmen zulässt. Kern der Informatik ist die Verarbeitung von Daten mit i. d. R. digital arbeitenden programmierbaren Maschinen. Ziel ist meist die Entwicklung von Lösungswerkzeugen zu vorgegebenen Problemklassen. In Unterrichts- oder Forschungssituationen kann die Beschäftigung mit Datenmengen aber auch reiner Selbstzweck sein. Zwei Beispiele sollen die Bandbreite der Aktivitäten im Informatikunterricht darstellen:

• Im Rahmen der Graphentheorie entwickeln wir einen Algortihmus zum Finden optimierter Folgen gewichteter Kanten. Dieser ist Kernstück eines jeden Routenplaners. Folglich programmieren wir anschließend einen solchen in vereinfachter Form.

• Beim Einüben der elementaren Elemente der sequentiellen Algorithmik im Anfangsunterricht kann mit einer sehr einfachen Schleifenkonstruktion das 1937 aufgestellte und bis heute ungelöste Collatz-Problem (auch „(3n+1)-Vermutung” genannt) probierend nachentdeckt werden.

Um Missverständnissen bzw. Enttäuschungen vorzubeuten, sei auf folgendes hingewiesen: Wie man seinen eigenen PC bedient oder erfolgreich im Internet recherchiert, kann nicht Inhalt des wissenschaftspropädeutischen Informatikunterrichts sein. Beide Fähigkeiten sind Bestandteile allgemeiner Medienbildung, wie sie von allen Fächern gemeinsam an konkreten Unterrichtsvorhaben sowie insbesondere im außerschulischen Umfeld zu leisten ist.

Sekundarbereich II

In der Einführungsphase findet der Unterricht zweistündig als eine Doppelstunde pro Woche statt. In der Qualifikationsphase bietet das GIdW den Unterricht auf grundlegendem Anforderungsniveau (gA) vierstündig an. Dabei werden jeweils zwei Stunden zu einer Doppelstunde zusammengefasst. Während in der Einführungsphase der Schwerpunkt bei der Leistungsbeurteilung auf den sonstigen Leistungen liegt, bilden diese in der Qualtifikationsphase in etwa zu gleichen Teilen mit den Klausuren die jeweilige Semesternote. Sollten für eine Bildung eigenständiger Kurse in der Qualifikationsphase zu wenig Schüler das Fach gewählt haben, findet der Unterricht jahrgangsübergreifend statt. Dies ist problemlos möglich, da alle Lernbereiche eines Jahrgangs lediglich den Anfangsunterricht der Einführungsphase voraussetzen, jedoch unabhängig von den Lernbereichen des jeweils anderen Jahrgangs unterrichtet werden. Während das Kerncurriculum Informatik für die gymnasiale Oberstufe in einer aktuell gültigen Version bislang noch nicht publiziert worden ist, hat die Fachkonferenz auf der Grundlage der Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) sowie der bislang publizierten Hinweise zum Zentralabitur (Thematische Schwerpunkte) folgende Lernbereiche festgelegt:

Jg. 11 (Einführungsphase):

• Kodierung inkl. Binär- und HTML-Kodierung

• Aufbau, zentrale Komponenten und Kommunikationswege des Internets

• Vom Problem zum Algorithmus – Entwicklung sequentieller Algorithmen

• Vom Algorithmus zum Programm – Sequentielle Programmiertechniken mit Java

Jg. 12 bzw. 13 (Qualifikationssphase):

• Von der Realität zum Modell – Objektorientierte Modellierung mit UML inkl. EntityRelationship-Model zur Datenstrukturierung in relationalen Datenbanken

• Objektorientierte Programmiertechniken mit Java

• Strukturierte Datentypen mit Java

• Entwicklung von Benutzerdialogen mit Java-AWT und Java-Swing

Jg. 13 bzw. 12 (Qualifikationssphase):

• Technische Informatik inkl. Schaltnetze und logischer Terme

• (Endliche) Automaten inkl. Turing-Maschinen

• Kryptologie inkl. ausgewählter Algorithmen

• Sortieralgorithmen

Schüler fördern und fordern

Es gibt eine Vielzahl an regionalen und deutschlandweiten Informatikwettbewerben, an denen die Schüler des GIdW sowohl im Unterrichtsrahmen als auch selbständig teilnehmen (können). Sowohl die Wahl von Informatik als Unterrichtsfach als auch die Teilnahme an Wettbewerben kann im Rahmen des MINT-EC-Zertifikats angerechnet werden.