Gymnasium „In der Wüste”
Schülerbegleitung, Begabungsförderung, MINT-EC-Schule, Europaschule, Musikprofil, Sportfreundliche Schule

Altlastenproblematik und Schulgarten

Besondere Herausforderungen am Standort "Wüste"

Da der Stadtteil Wüste das größte bewohnte Altlastgebiet Deutschlands ist, war für den Zweck jeglicher Nutzung ein absicherndes Gutachten mit Bodenanalysen zu erstellen. Die Wüste war ursprünglich eine nicht nutzbare und kaum zu querende Senke mit hohem Grundwasserstand, vielen Wasserläufen und sumpfig-moorigen Böden (daher der Name: "wüst"). Die Bewohner Osnabrücks wollten dieses Gebiet erschließen, indem sie durch Gräben den Grundwasserspeigel absenkten und gleichzeitig die Flächen auffüllten. Als Füllmaterial war jedes Material recht, das kostenlos anfiel. So wurden Haushalts- und Produktionsabfälle, nicht selten auch aus der Industrie, hier abgekippt. Nach dem 2. Weltkrieg kamen große Mengen Schutt und Trümmer hinzu. In den letzten 20 Jahren wurde der gesamte Stadtteil systematisch beprobt. Bei zu hohen Schadstoffkonzentrationen mussten einige private Gärten ausgekoffert und neu angelegt werden.

Prof. Dr. Meuser von der Fachhochschule Osnabrück (Bodenschutz) steht uns in allen Fragen professionell zur Seite. Unter fachkundiger Anleitung von Frau Uchtmann, die über Untersuchungen auf unserer Brachefläche ihre Masterarbeit geschrieben hat, untersuchten wir den Boden auf Substrateigenschaften, Nährstoffgehalt, den pH-Wert und andere Faktoren, insbesondere auch auf Schadstoffe. Dies erfolgte durch Probebohrungen, an einem von uns gegrabenen Profil sowie in Laborarbeit an der Fachhochschule in Haste.

Schüler bei der Bodenuntersuchung

Wir selbst konnten viele Untersuchungen mit durchführen. Zum Beispiel benutzten wir einen Bohrstock, den sogenannten Pürckhauer. Das ist ein hohler metallähnlicher Stab, den man bis zu 1,50 m Tiefe in den Boden schlagen und damit eine Probe der Sedimentschichten entnehmen kann. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, erstellten wir zudem ein Bodenprofil. Dazu musste eine Rampe in die Fläche graben, an deren Ende eine Wand freigelegt wird, die man dann untersuchen kann. Unter Schwerstarbeit wir gruben wir rund einen Kubikmeter Bodenschichten. Dabei stießen wir auf allerhand für Böden unübliche Objekte, wie zum Beispiel Küchenfliesen, Kleidungsresten, Kunststoffe und Metallgegenstände.

Die sichtbaren, also größeren Gegenstände waren allerdings im Hinblick auf die Frage, ob die Fläche nutzbar ist, zweitrangig. Viel wichtiger war es herauszufinden, ob der Boden mobile Gefahrstoffe enthält, von den Pflanzen aufgenommen werden können und dann bei eventuellem Verzehr von Früchten oder Kräutern aufgenommen werden können. Diese chemischen Analysen konnten nur in den Laboratorien durchgeführt werden. Einige Methoden konnten wir im Labor für Bodenanalytik an der Fachhochschule Osnabrück erlernen.

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass der Boden in tieferen Schichten zwar jede Menge unkritischen Bauschutt enthält, die Schadstoffe aber unter den Grenzwerten bleiben.

Die Untersuchungsrgebnisse wurden in der Aula des Gymnasiums"In der Wüste" vorgestellt und Handlungsoptionen aufgezeigt. Bei der Umgestaltung wird jede einzelne Teilfläche je nach vorgesehener Nutzung hinsichtlich möglicher Gefahren fachmännisch beurteilt und wenn nötig entsprechend erforderliche Maßnahmen ergriffen, sodass für unsere Schülerinnen und Schüler jetzt und in Zukunft jeglicher Gefahren ausgeschlossen werden können.

Wir danken nochmals ausdrücklich Prof. Dr. Meuser und sein Team für die umfassende Unterstützung!