Gymnasium „In der Wüste”
Schülerbegleitung, Begabungsförderung, MINT-EC-Schule, Europaschule, Musikprofil, Sportfreundliche Schule

Europaschule

Ein kleiner Baustein zu dem Europa der Bürger

Europaschule
Europaschule

(NOZ, 10.03.2001)

Gymnasium "In der Wüste" darf sich Europaschule nennen

Eine Schule, in der Französisch als erste Fremdsprache unterrichtet wird und auch der Unterricht in Erdkunde oder Geschichte "bilingual" in der Sprache der Nachbarn stattfindet, hat den Ehrentitel "Europaschule" verdient: Seit gestern kann das Gymnasium "In der Wüste" diese Bezeichnung führen.

1996 haben die Kultusminister das Attribut "Europaschule" eingeführt. Es ist gedacht als ein Mittel zur Profilbildung und wird auf Antrag verliehen an jene Schulen, die nicht nur im Fremdsprachen-Unterricht, sondern auch darüber hinaus in Projekten und Seminaren den Gedanken der europäischen Integration mit Leben erfüllen.

"Europa, das ist nicht die viel gescholtene Bürokratie in Brüssel, sondern das ist Geschichte, Kultur und Landschaften, das ist das Leben der Menschen auf diesem Kontinent", sagte deshalb auch Schulleiter Benno Haunhorst gestern bei einem Festakt in der Aula der Schule.

Ähnlich äußerte sich Francoise Herbin, die Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Osnabrück: Wer Sprachen lerne, der öffne sich auch für das Land, erklärte sie; wenn Schülerinnen und Schüler bereits in der Grundschule eher spielerisch neue Erfahrungen machen können, sei dies der beste Grundstock für eine Begegnung mit den Nachbarn.

Und der Europa-Politiker Prof. Hans-Gert Pöttering als Fraktionsvorsitzender der EVP im Europaparlament plädierte engagiert für eine Fortsetzung des eingeschlagenen Weges zur europäischen Einigung: Wenn in nicht mehr zehn Monaten auch die Schülerinnen und Schüler dieser Schule den Euro als gemeinsame Währung in der Hand halten werden, sei dies ein noch vor fünfzehn Jahren unvorstellbarer Fortschritt: Drei Kriege innerhalb von 70 Jahren in der Mitte Europas hätten die Völker gelehrt, dass Konflikte künftig nur noch auf der Grundlage des Rechts gelöst werden dürften, sagte Pöttering.

Deshalb könne er auch mit den Ergebnissen der Konferenz von Nizza nicht zufrieden sein, so Pöttering weiter: "Die Regierungen handeln immer noch hinter verschlossenen Türen", klagte Hans-Gert Pöttering, "wir brauchen die Parlamente als von den Bürgern gewählte Institutionen des Ausgleichs, damit auch die kleinen Länder angemessen zu Wort kommen. " Nur auf diesem Wege sei "die Vielfalt als der wahre Reichtum Europas" zu garantieren.