03 Augustaschacht 16Begleitend zum Geschichtsunterricht haben die Klassen 10B und 10C im März die Gedenkstätte Augustaschacht besucht und dabei nicht nur ihre Kenntnisse zum Thema Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland, sondern auch zum Themenbereich Geschichts- und Erinnerungskultur vertieft.

Zu Beginn des Besuches in der Gedenkstätte wurden die Biographien von Igor Rudchin (Sowjetunion) bzw. Marc Edelsteins (Niederlande) beleuchtet, die im Alter von 15 bzw. 17 Jahren zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren, sodass die Schülerinnen und Schüler anhand konkreter Beispiele einen vertieften Eindruck in den Lageralltag erhielten und die persönlichen Erfahrungswerte eines Zeitzeugen vor, während und nach dem Krieg kennenlernen konnten.

Anschließend wurden die Klassen über das Lagergelände geführt und erfuhren so einiges über den Exerzierplatz, die Latrinen und das ursprüngliche Aussehen des Lagers. Anschließend erkundeten sie eigenständig die Ausstellung in Kleingruppen.

Zum Abschluss erforschten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die Geschichte des Arbeitserziehungslagers, analysierten weitere Einzelschicksale aus Opfer- und auch Täterperspektive, werteten Statistiken zum Aspekt Zwangsarbeit in der Region Osnabrück aus und reflektierten die Erfahrungen der Zwangsarbeiter. Einige Schlüsselszenen, die den Schülern besonders in Erinnerung geblieben sind, wurden in Bildern künstlerisch bzw. in Form eines ‚fiktiven‘ Briefes verarbeitet. Alle Ergebnisse wurden von den Gruppen präsentiert und gemeinsam ausgewertet.

Corinna Neugebauer (und Kirsten Thieke)

Sophia in ihrem Brief zur Reflexion des Gedenkstättenbesuchs:

„(…) Was mich so richtig erwarten wird, wusste ich nicht. (…) Wusstest du dass es allein in Deutschland 13 Mio. Zwangsarbeiter gab? Das finde ich unglaublich. Generell war mir nicht bewusst, dass auch in Osnabrück so viele Zwangsarbeiter gearbeitet haben. Für mich war es sehr erschreckend, von den Geschichten von diesen Menschen zu hören. Teilweise waren sie jünger als du und ich. Die Jüngsten hier im Augustaschacht waren 14 Jahre alt. Unvorstellbar, was sie in dem Alter schon durchgemacht haben müssen. Kennst du das Gefühl sich schlecht vorzukomme, weil es uns so gut geht? Wir haben immer zu Essen Zuhause, müssen uns eigentlich um nichts kümmern und beschweren uns trotzdem manchmal, obwohl vor nicht einmal 100 Jahren so viele Menschen so leiden mussten. Tut mir leid, dass alles so durcheinander ist, aber ich finde es gerade sehr schwierig, diese Eindrücke jetzt für dich erkenntlich festzuhalten.(…)“